Rock am Turm

Er ist DAS Wahrzeichen im Wilhelmsburger Parkbad. Im schönsten Traisental von Österreich. Die einen sagen, er ist schief, die anderen sagen, es kommt auf die Perspektive an. Der Sprungturm mit dem legendären 10er. „Traust di nie“ kann man von unten lesen, oben stehend kann man es nicht lesen. Und das ist auch gut so. Das Pool klein wie eine Briefmarke. Einen großartigen Ausblick in alle Himmelsrichtungen kann man aber haben, vom 7er auch noch, vom 5er gehts noch, vom 3er sieht man sehr gut zum Badbuffet auf der anderen Seite des Parkbads und vom 1er gelingt dann mit leichtem Wippen fast schon alles.

Seit einiger Zeit trägt der Turm den Namen des Leistungssportlers Erich Pils. Er hat den Turm in den späten 80ern zum Training wohl am öftesten bestiegen. 1988, Seoul/Korea. Olympia-Teilnahme im Kunstspringen vom 3-Meter-Brett. Begleitet von der Trainer-Legende Erhard Kellner. Der Vater von Erich Pils war übrigens Bademeister in diesem Parkbad, stets ganz in weiss und mit unüberhörbarer Trillerpfeife. Da war gleich Schluss mit lustig, wenn versehentlich ein Sprung vom Beckenrand beeindrucken sollte.

Der Grund dieses Blogs liegt aber auch in einer – wie wir jetzt festgestellt haben – alternativen Nutzungsvariante. Anlässlich 60 Jahre Parkbad Wilhelmsburg steckten einige kreative Leute schon 2025 die Köpfe zusammen, um für den Sommer 2026 eine bislang noch nie dagewesene Veranstaltung ins Leben zu rufen. Die großartige, regionale Werkskultur-Bühne mit Sandra und Dieter Gruberbauer liessen mit Bürgermeister Peter Reitzner und der Stadtgemeinde Wilhelmsburg aber wirklich überhaupt nichts unversucht, die 6köpfige Rockband „PUCHNER“ auf den Open-Air-Sprungturm zu bringen. Interessierte Menschen an Live-Musik-Veranstaltungen können sich vorstellen, was die Umsetzung eines derartigen Vorhabens in all seinen Facetten und Details bedeutet …

Zwei Keyboarder und ein Schlagzeuger am Nuller (Boden), Bassist am 1er, E-Gitarrist am 3er, Sänger am 5er – unter Überwindung diverser Höhenängste. Wir glauben berichten zu können, dass dieser wunderbare Abend und die Texte von Gerald PUCHNER allen Gästen dauerhaft in Erinnerung bleiben werden. Es könnte dieser Abend ein Grundstein für die Zukunft gewesen sein.

Herzlich bedanken dürfen wir uns bei Sandra und Dieter Gruberbauer von der Werkskultur, beim Bürgermeister von Wilhelmsburg Peter Reitzner, bei allen helfenden Vereinen vor Ort und vor allem bei Chris Scheidl und seiner Crew von MostProduction für die tontechnische Betreuung und erstklassigem Klangbild mit höchster Sprachverständlichkeit und für das geschaffene, lichttechnisch herausragende Ambiete am Sprungturm. So etwas bleibt in Erinnerung. Uns auch.

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Fotos (c) 2026 Robert Straub, (c) 2025+2026 Christa Stangl, (c) 2025 Marlies Rauch für PUCHNER.