Nach einigen Probealarmierungen in den letzten Wochen folgte am Donnerstag letztlich der unvermeidliche Ernstfall. Eine Einsatzgruppe West wurde eiligst gegründet, der Band-Bus wurde betankt, beladen und kämpfte sich alsdann tapfer gegen den überaus starken Westwind voran. Einsatzziel war Salzburg und die Beschaffung eines „Yamaha BB734A“ in Feuerrot als neuer viersaitiger „Puchner-Bass“, da sich angeblich der fünfsaitige Cousin auf der Bühne halt doch etwas einsam fühle, so wurde es zumindest durch Josef kolportiert. Und da gibt es natürlich nichts zu hinterfragen.

Auf dem Weg nach Salzburg wurde entlang ewiger Baustellen, Lärmschutzwänden, vorbei an Besamungslastkraftwagen, dem Traunstein, der Raststation Mondsee ein Einsatzplan erarbeitet und durchexerziert. Fahrer/Beifahrer-Kombi Josef und Michi als auch meine Wenigkeit als Behördenvertreter in der zweiten Reihe hatten dabei alle Hände voll zu tun. Im Besonderen, um nach zweieinhalb Stunden Geradeausfahrt den doch etwas unterschätzten Kurvenradius der Ausfahrt Salzburg zu meistern. Nach einem redeschwallbedingten Umweg, einer koketten Lady auf dem Zebrastreifen und gestrengen Blicken der Salzburger Exekutive gelangten wir schlussendlich nach Überwindung eines Zufahrtsschrankens an einen Ort, der sich erst auf den zweiten Blick als das, was er war zu erkennen gab- der Uni-Campus Salzburg.
Und dort stand er schon wartend, einen Gigbag auf dem Rücken als Erkennungszeichen anstatt einer roten Rose im Knopfloch – der Maximilian. Inmitten von gechillten StudentInnen auf Parkbänken oder flanierend entlang der Parkwege wartete er geduldig auf uns und erkannte uns sofort. Die Studierenden wie auch Max zeigten allesamt keinerlei Anzeichen der Furcht oder Irritation, als wir alten weißen Musiker und Michi dem Tourbus entstiegen.
Max begrüßte uns auf das Allerherzlichste und führte uns durch die Anlage, wo er lebt, studiert und arbeitet. Josef und er verfielen sehr rasch in ein angeregtes Bassisten-Kauderwelsch, Michi und ich fungierten derweil eher im Hintergrund. Angekommen im 2. Stock einer architektonisch fragwürdig gestalteten Beton-Würfel-Wohnanlage führte uns Max in sein kleines, aber feines 35 Quadratmeter Studentenreich, wo es allerhand musikalisches Equipment der allerfeinsten Sorte zu entdecken gab. Nach einer kurzen Erleichterung war Josef dann auch schon nicht mehr zu halten, als er den Bass seiner Begierde endlich in Händen halten durfte. Es wurde gefingert, gerubbelt, geslapt, geprüft, beäugt und sich gegenseitig in unverständlichem Fachchinesisch in Rage geredet. Der Bass wurde letztlich durch den Meister für gut befunden und der Deal finalisiert. Und weil der Michi gerade frisch gebügelte Hunderter in seinem Portemonnaie mitführte, sprang als Draufgabe auch noch eine wunderschöne „Yamaha Revstar“ in Swift Blue in den Einkaufskorb.

Einen Moment der Unsicherheit und dezent aufkeimender Panik in Max beim Anblick des riesigen Hunde-Transportkäfigs im Tourbus hinter uns lassend machten wir zum Abschluss noch ein Gruppen Selfie auf einer Parkbank vor „Josefs Bistro“, sicherten Max einen All Area Pass für eines unserer Konzerte zu, sollte er sich doch einmal in den Osten verirren, verabschiedeten uns von dem ausgesprochen sympathischen jungen Flachgauer, plünderten den nahen Hofer Markt und begaben uns unter Michis fahrtechnischen Höchstleistungen über die Westautobahn wieder auf den Weg nach Hause in die St. Pöltner Gegend.
Ein toller Ausflug, ein super lieber Max, schöne Instrumente, viel Spaß, wunderbare Freundschaft. Was will man mehr?