In jedem anständigen Unternehmen gibt es ja bekanntlich den obligatorischen Betriebsausflug. Bei Puchner nennt sich das ganze „strategische Materialbeschaffung mit hohem Selbstverwirklichungsfaktor“. Und weil der Betriebsrat der Saitinger gut drauf war, ging es heuer nicht ins Wellnesshotel nach Bad Aussee, sondern ins musikalische Silicon Valley von Österreich.
Richtig geraten, in die Klangfarbe ins Gasometer. Dorthin, wo normale Menschen wohnen und Musiker betteln gehen. Nix Online-Shop. Instrumente angreifen, spielen dürfen und mit Fachpersonal reden können. Die Fahrt dorthin war schon mindesten ein Roadmovie wert. Zwei Stopps bei Tankstellen mit Kaffee, der nach verbrannten Kabeln schmeckt, eineinhalb Kilometer Blechlawine beim Heiligen Marx und dann endlich die Erlösung. Gasometer D. Wo Gitarren mehr Quadratmeter haben als manche Wiener Innenstadtwohnung.
Ab jetzt stand dem eigentlichen Hauptakt unseres Ausflugs nichts mehr im Weg. Naturgemäß der klassische Overload. Glänzende Strats, Les Pauls, Jazz Bässe, Verstärker. Effektgeräte wie Spaceshuttle-Cockpits. Ein Herr Michael E. testete 17 verschieden Overdrives und sonstiges Equipment, Josef G. wurde exklusiv zugeflüstert, dass Gott auf jeden Fall einen 5-Saiter spielt. Nach wie vor. Gerald P. meinte, „… dass wir doch nur einige Kabel brauchen …“.
Aufzuhören ist, wenn es am schönsten ist. Dem Spielrausch und Größenwahn verfallen holt das abgemagerte Börserl wieder alle auf den Boden der Tatsachen zurück. So endet diese kleine erfreuliche Geschichte für Musikerherzen der heurigen Klassenfahrt. Retour in den Proberaum.
Wir sehen uns am 7.3.26 in der Werksküche in Wilhelmsburg (www.werkskultur.at) in Sichtweite zum „Valhalla der Porzellanmanufaktur“, www.daisyworld.at.