„Hörts ihr des? – Seids a bissl ruhig, Kinder …“
Deutscher Songtext (c) 2026 Gerald Puchner
I wass ned, wos do passiert
Warum da Schwochsinn grod ollas ruiniert
In da Zeitung stehts schwoaz auf weiß – de werdn doch ned liagn oder schreibm auf Geheiß?
Seids a bissl ruhig Kinder, hörts ihr des? Wos geht do ob, wos wird denn des?
Grenzen werdn wieder zogn
Wos grod nu woahr woa, derf niemaund mehr sogn
Meine Mädels schaun mi frogend aun – a bissl beruhigen is ois, wos i nu mochn kaunn
Jetzt seids amoi ruhig Kinder, hörts ihr des? Wos geht do ob, wos soll denn des?
Zigtausend Leut auf da Stross
Für den Irrsinn nur a williger Tross
Vollkommen wurscht ob links oder rechts, san wir doch olle längst – verkaufte Knecht
Jetzt owa ruhig, hey, hörts ihr des? Es rumort scho so, wia end´t denn des?
Paranoia gedeiht so schnö,
Frisst se gaunz tiaf eine in´d Söh
Vor lauter Aungst, im Lebm zu versogn, stöd ma hoid – vü weniger Frogn
Ruhig, hey, hörts ihr des, ´s krocht überoi, wia end´t denn des?
Ruhig, hey, hörts ihr des, ´s krocht überoi, wia end´t denn des?
Ruhig, hey, hörts ihr des, ´s krocht überoi, wia end´t denn des?
Ruhig, Kinder, hörts ihr des, ´s krocht überoi, sogts brauch ma des?
Brauch ma des? Wolln ma des? Brauch ma des? Wolln ma des?
Brauch ma des? Wolln ma des? Brauch ma des? Wolln ma des?
In meiner Funktion als Lehrlingsbeauftragter bin ich an vielerlei Fragen gewöhnt. Und natürlich bemüht, diese nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten. Ganz egal, ob diese Fragen dienstlicher, allgemeiner, privater, manchmal auch intimer Natur sind. Eine Frage allerdings kam für mich so plötzlich und unerwartet, mit solch einer Wucht auf mich zu, wie ein Autounfall. Es war irgendwann 2024, zwei junge Mädels hatten ihren Arbeitsplatz mir gegenüber, als eine plötzlich aufstand und mir über die Monitore hinweg sehr ernst in die Augen blickte: „Geri, glaubst du, kummt a Krieg?“ Ich hätte diese Frage in den 90ern vehement und aufrichtig verneint, zumindest auf Europa bezogen. In den 2000ern hätte ich auch nicht daran geglaubt. Aber im Jahre 2024 brauchte ich Zeit, um mir eine Antwort zu überlegen, die meine KollegInnen, beide fast noch Kinder, nicht wie ein Schlag treffen würde. Und ich dachte an die 80er zurück, als ich in ihrem Alter war. Es war mitten im kalten Krieg, wir fürchteten uns vor Tschernobyl, vor der Pershing II, vor der exzessiven Aufrüstung der ganzen Welt – und im Besonderen vor dem alles auslöschenden Atomkrieg, der uns permanent und gebetsmühlenartig durch die „Herrscher“ UND die Medien vor Augen geführt wurde. Diese Angst saß so unterschwellig in mir drin, dass sie mich eigentlich tagtäglich als mulmiges Gefühl, als ein „negatives Grundrauschen“ begleitete und mein Leben beeinflusste. Ganz und gar nicht optimal für die geistige Entwicklung eines jungen Menschen. Und jetzt, 40 Jahre später, fürchten sich Kinder noch immer. Es hat sich im Grunde ÜBERHAUPT NICHTS geändert. Das macht mich wütend.