Noch sovü Jahr

"In the air tonight", (c) Phil Collins, 1980

„Noch sovü Jahr“
Deutscher 
Songtext (c) 2026 Gerald Puchner

 

De Rechnung de wird gaunz zum Schluss erst gschriebm und koid serviert

Schuldigkeiten werdn markiert, reichlich verziert, daunn präsentiert

Konsequenzen san erhoben und längst scho reserviert für den der verliert, 

Für den, der verliert

 

Ois du mir gsogt host, dass´d dastickst,

hob i ned kapiert warum

Hob oft Wichtigers zum tuan ghobt

und hob mi nix gschissn drum

 

Erst wie du furt bist, bin i draufkumma,

wie koid i domois woa

Zu der Zeit woast ma komplett wurscht,

lästig woast sogar

 

I drah mi um und schau gaunz genau in deine Augen, na kloa

Glei regt se dieses schiache Gfühl in mir

wegen dem wos woa

 

Jetzt steh i do und fuchtl mit de Händ vor dir wie a Narr

Wass ned, wos i jetzt nu sogn soll zu dir,

noch sovü Jahr, noch sovü Jahr

 

Kaunnst di erinnern, di erinnern wos woa? 

I sehs nu vor mir

Wie du mi aungschaut host und gsogt host, 

I soll mi schleichn owa schnell

 

Na, i hob deine Wunden ned gsehn, 

Die i dir krotzt hob, gehegt hob und pflegt

Und dei Schmerz is gwochsn und größer wordn, 

´s woa ned zum Spürn in meiner Wöd

 

I drah mi um und schau gaunz genau in deine Augen, na kloa

Glei regt se dieses schiache Gfühl in mir wegen dem wos woa

Jetzt steh i do und fuchtl mit de Händ vor dir wie a Narr

Ka Ahnung wos i jetzt sogn soll zu dir,noch sovü Jahr, noch sovü Jahr

 

Noch sovü Jahr –
 Gedanken

Wem ist es gänzlich fremd, das schlechte Gewissen? 

Irgendwann ist es passiert. Man hat einen Menschen in seinem Umfeld, in welcher Beziehung auch immer, nicht gut behandelt. Man war egoistisch, grob, gemein, geringschätzend oder vielleicht sogar brutal. Und man merkt es sehr bald- dieses negative Gefühl, das man in dieser Person erzeugt hat, pflanzt sich in einem selber fort. Wie ein emotionales Gewächs, das beginnt, langsam alles zu überwuchern. Nun hat man die Möglichkeit, diese Ungerechtigkeit aus dem Weg zu räumen. Oder man versteckt sich und achtet penibel darauf, der Gefahr einer Konfrontation zu entgehen. 

Diese vermeintlich einfachere und bequemere Entscheidung ist jedoch auch der perfekte Nährboden für jenes Gewächs in der Seele und mit jedem Tag wächst rein mathematisch die Gefahr, dass man dieser Person trotz aller Vorkehrungen plötzlich und unerwartet gegenüber steht…

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Fotos (c) 2026 Christa Stangl sowie (c) 2025 Marlies Rauch für PUCHNER.