De Kartn

"The Letter", (c) 1967 Wayne Carson

„De Kartn“ 
Deutscher Songtext (c) 2026 Gerald Puchner

I wollt a Kartn haum für Aerosmith, 

Wenns im Happel Stadion spün

Im Netz hob i ka Glück ned ghobt, woa längst scho ausverkauft

Doch i brauch unbedingt de Kartn

Dabei is es komplett wurscht wos mir des wieda kost,

i wü den Tyler sehn in voller Procht

I geh gaunz afoch ohne hin, hob i mir docht

Vielleicht kriag i durt nu a Kartn

De gaunzn oidn Bands sterbm weg, de Hödn treten ob,

Da Rock´n roll vergeht

Drum wü i´s heite feiern, mei eigens Lebm dazua,

Weu amoi is´ zu spät, irgendwie

Wos für a Stimmung, scho in da Praterallee

Es is völlig gleich, wias´d haßt, wers´d bist

Ois waundert Richtung Stadion, es rennt a guada Schmäh

Des derfst beim Fuassboi ned dawoatn

De gaunzn oidn Bands sterbm weg, de Hödn treten ob,

Da Rock´n roll vergeht

Drum losst´s es uns nu feiern, unser eigens Lebm dazua,

Weu amoi is´ zu spät, irgendwie

Beim Stadion streck i meine Fühler aus, schau a bissl in de Leit

Auf jo und na hob i erspäht,

wos mi wirklich richtig gfreit

Durt wachlt ana mit da Kartn


Ich liebe die besondere Atmosphäre bei großen Konzerten. Diese Mischung aus Vorfreude und Erwartung, Zusammengehörigkeit und Lebensfreude. Dieses elektrisierende Knistern in der Luft. Tausende von Menschen unterschiedlich in Herkunft, Alter oder Geschlecht, vereint durch ihre Liebe zur Musik. Die Leute singen miteinander, tanzen nebeneinander und teilen Emotionen, als würden sie sich schon ewig kennen. Es herrscht Friedfertigkeit und gegenseitige Rücksichtnahme – man hilft sich, rückt zusammen, gibt aufeinander acht. Man feiert das Leben. Und man feiert sich selbst. Sorgen sind für Stunden ins Nirgendwo verbannt, Probleme nicht existent. Das ist mehr als bloße Unterhaltung. Es ist der Beweis, dass in stiller Solidarität Gemeinschaft, Respekt, Freude und Liebe inmitten von Tausenden Menschen möglich sind. 

Große Konzerte haben geschafft, was die Politik nicht konnte- oder wollte. Es wurden Mauern gestürzt, politische Häftlinge in die Freiheit gespielt und ein Stückweit der Hunger bekämpft.

Musik verbindet. Musik heilt. Musik bewirkt Großes.

Share:
Fotos (c) 2026 Christa Stangl sowie (c) 2025 Marlies Rauch für PUCHNER.